Zurich, Volkshaus: 16-06-1998 & 17-06-1998

Neue
Zürcher Zeitung, 16.06.1998 seite 54 Zuercher
Kultur AA Auswaertige Autoren Rock-Canzoni. DIENSTAG-TERMINE
/ /Rock-Canzoni.
Die Musik von Vasco Rossi, dem altgedienten Querkopf der
italienischen Rockszene, ist persönlicher und verspielter
geworden. Im Volkshaus stellt er Lieder nahe dem Canzone
vor, die er schon lange spielen wollte, die aber bisher
nie in sein Rockkonzept gepasst haben (20 Uhr, Tel. 225
60 60; Zusatzkonzert am 17. Juni).
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Neue
Zürcher Zeitung, 18.06.1998 seite 54: Zuercher
Kultur
Vasco "Animale" Rossi im Volkshaus
"Siamo solo noi . . .", brüllt Vasco Rossi leidenschaftlich
und mit offenen Armen den aufgebrachten Tifosi den
Refrain eines Vasco-Klassikers zu. Die Menge im vollen
Volkshaus wogt und stampft ergeben zum langsam trottenden
Beat, ehe sich der nächste Tempowechsel abzeichnet.
Das 47jährige Rockvieh aus der Emilia trifft mit dem
"Wir gegen den Rest der Welt"-Gefühl den Nerv seines
erstaunlich jungen Publikums. Die hohe Stirn mit einem
schwarzen Band bedeckt, die Augen hinter einer dunklen
Sonnenbrille versteckt, schlurft Rossi über die knappe
und reichlich mit Equipment bestückte Bühne, lümmelt
halb verschlafen über seinem Mikroständer, um im nächsten
Augenblick hochzufahren.
Un maniaco - un animale, eben Blasco Vasco, wie er
von seinen Fans auch genannt wird. Ein in die Jahre
gekommener, trotziger Junge, der Gefühle der Ohnmacht
und Orientierungslosigkeit in gleichermassen wütende
wie zarte Canzoni giesst. Auch die Stücke seiner neuen,
sehr intimen CD, "Canzoni per me", strahlen eine eigentümliche
Intensität aus, obschon sie auch live ohne die gewohnten
aggressiven Attitüden daherkommen.
Das gut zweistündige Programm ist ein gelungener Mix
aus ganz neuen, neueren und alten Vasco-Songs, alle
in sehr vitalen, modernen Arrangements. Die achtköpfige
Band, allen voran die drei Gitarristen, sorgen für
heftige, aber exzellente Rocksounds, die eine gelungene
Ergänzung zur starken Bühnenpersönlichkeit ihres Frontmannes
bilden. Nicht nur der obligate Zusammenbruch, der
Rossi während jedes Konzertes mindestens einmal minutenlang
regungslos auf den Bühnenbrettern verharren lässt,
bietet der Band reichlich Platz, sich auszutoben.
Zürich, Volkshaus, 16. und 17. Juni.
Pietsch, W
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www.Tele.ch
Vasco Rossi, der Urvater des italienischen Rocks, gibt
seit neuestem erstaunlich ruhige Töne von sich. Während
er früher mit aggressivem Sound und unangepassten Texten
provozierte, verzückt er auf seinem neuesten Album "Canzoni
per me" mit melodiösen Klängen und intimen Texten.
Noch nie war der 47jährige dem klassischen Cantautore so
nah.
Auf seine Live-Acts wirkt sich diese neue Zurückhaltung
indes nicht aus: In den beiden Konzerten im Zürcher Volkshaus
irrwischte er unlängst während Stunden auf der Bühne umher,
vollführte mit seinem Mikrofon verrückte Kapriolen, um schliesslich
minutenlang regungslos zwischen den Verstärkern zu verharren.
TELE porträtiert den charismatischen Sänger aus Zocca in
der Emilia-Romagna.
Andreas W. Schmidt
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